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Record W117458515

,,Der Pole" Sieht Polen. Hans-Ulrich Treichel in Lublin

2000· article· de· W117458515 on OpenAlex
Jurgen Joachimsthaler

Why this work is in the frame

A frame that forgets how it found something cannot be audited. These are the routes that admitted this work.

venuePublished in a venue whose home country is Canada.
no affNo Canadian affiliation: this work is invisible to an affiliation-only frame.
No Canadian affiliation. An affiliation-only frame, the usual design, would never have seen this work. It is one of the works that make the case for inverting the frame.

Bibliographic record

VenueGermano-Slavica · 2000
Typearticle
Languagede
FieldSocial Sciences
TopicPolish Historical and Cultural Studies
Canadian institutionsnot available
Fundersnot available
KeywordsHumanitiesArtPhilosophy
DOInot available

Abstract

fetched live from OpenAlex

I. ,,DER POLE ,,Und so habe ich [...] mich mehr als ein Pole denn als ein Deutscher oder gar Westfale gefuhlt (1)--mit diesen Worten fasst Hans-Ulrich Treichel in seiner--dem Klappentext zufolge als autobiographisch zu rezipierenden--preisgekronten ,,Berichte-Sammlung ,,Von Leib und Seele Erfahrungen aus einer Kindheit zusammen, die keine allzu gluckliche gewesen zu sein scheint. Dass das erinnerte Ich sich in seiner kindlichen Selbstwahrnehmung als ,,Pole erlebte, ja seine ungluckliche Situation mit dieser Selbsteinordnung auf eine pointiert zugespitzte Weise zu benennen versuchte, hat wenig mit dem Land Polen und noch weniger mit den Polen selbst zu tun, sondern primar mit einer--historisch begrundeten--spezifischen Verwendungsweise des Wortes ,,Polen in seinem Herkunftsmilieu. Denn die Familie des autobiographisch berichtenden Ich-Erzahlers stammt ursprunglich aus Preussisch-Holland im heute polnischen Teil Ostpreussens und gehort mithin zur grossen Zahl der aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten stammenden ,,Vertriebenen: ,,Die Zahl der Fluchtlinge und war bis etwa 1958 auf ein Funftel der westdeutschen Wohnbevolkerung angewachsen: rund zehn Millionen gegenuber vierzig Millionen Einheimischen. (2) Diese ,,Fluchtlinge und Heimatvertriebenen befanden sich in der fruhen Deutschland in einer schwierigen Situation: Als ,,Fremde in der (3) v.a. in den ersten Nachkriegsjahren misstrauisch von den alteingesessenen Westdeutschen beaugt und nur mangelhaft in die Gesellschaft der Wirtschaftswunderjahre integriert (4), zogen sie sich oft in ihr eigenes Ghetto (das nicht selten das der Vertriebenenverbande war (5)) zuruck, um dort dem--mit wesentlich weniger Kriegsschuldlasten davongekommenen (6)--,,guten Rest der alteingesessenen Westdeutschen den Gefallen zu tun, durch ihr unrealistisches Beharren auf Wiedererlangung der historisch verwirkten deutschen Ostgebiete die Rolle jener ,,bosen Deutschen zu ubernehmen, die die damals noch junge ,,alte Bundesrepublik als vorzeigbare Sundenbocke so dringend notig hatte (7), vereinfachte dies doch die (Selbst-)Exkulpation der selbst nicht oder nicht in gleichem Masse betroffenen altwestdeutschen Mehrheit erheblich. Diese soziale und kulturelle Abschottung der ,,Vertriebenen trug neben personlicher Verbitterung uber die von ihnen erlittenen Verluste wesentlich dazu bei, dass in diesem (auf unsichtbare Weise ausgegrenzten) Teil der bundesrepublikanischen Gesellschaft nationalistische Denkmuster langer uberleben konnten als im rasch westlaufig ,,modern gewordenen Teil der Alteingesessenen. (8) Gerade bei denjenigen Deutschen also, die doch eigentlich aus den seit Jahrhunderten multikulturell gepragten Gebieten Ostmitteleuropas stammten, bestanden so haufig gegenuber den in der vermissten Heimat ,,zuruckgebliebenen (9) einstigen Nachbarn ausgerechnet diejenigen Ressentiments weiter, die dort von der (ursprunglich wilhelminischen) behordlichen Germanisierungspolitik (10) unter Zuhilfenahme des bereits alteren Stereotyps von der ,,Polnischen Wirtschaft (11) massiv verbreitet worden waren und schlussendlich die nationalsozialistische Siedlungs-, Eroberungs- und Ausrottungspolitik mit vorbereiten geholfen hatten. (12) Diese den Deutschen dort uber ca. sechs Jahrzehnte hinweg anerzogene Geringschatzung ihrer nichtdeutschen Landsleute, die dazu beigetragen hatte, die deutschen Verbrechen im Osten uberhaupt erst zu ermoglichen, pragte auch noch nach 1945 das Denken vieler ,,Vertriebener (13), sie unterschied sich strukturell jedoch auch kaum von der diskriminierenden Einstellung vieler alteingesessener Westdeutscher den zu ihnen Geflohenen und Vertriebenen gegenuber: ,,Zeichen des Wohlstands standen meinen Eltern nicht zu. Denn wer aus dem Osten kam, der war in den Augen der Alteingesessenen ein minderwertiger und von seinem Grund und Boden wahrscheinlich vollig zu vertriebener Mensch. (14) Das diskriminierende Prinzip im Stereotyp der ,,Polnischen Wirtschaft verwandelte sich in ein nicht minder diskriminierendes im neuen Stereotyp vom ,,Ostfluchtling und wurde vermischt mit postnationalsozialistischer Moralpolitik: Diejenigen, die die Folgen des von Deutschland verschuldeten Krieges am meisten getroffen hatten, wurden von den weniger betroffenen Bewohnern Westdeutschlands aufgrund ihres hoheren Betroffenheitsgrades nicht in einem Akt solidarischer Teilung der Kriegsschuldlasten integriert, sondern in ihre grosseren Verluste mit der Begrundung ausgesperrt, diese ,,wahrscheinlich vollig zu Recht erlitten zu haben. …

Fetched live from OpenAlex and de-inverted. Abstracts are not stored in this database: the inverted indexes are 8.6 GB of the frame’s 9.3 GB of text, and the host has 13 GB free.

Full frame distilled prediction

Teacher imitation

Not calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. Learned from the 10,348 direct Codex labels and 10,348 direct Gemma labels. Candidate is the union of thresholded teacher heads; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels or direct frontier model labels.

metaresearch head score (Codex)0.000
metaresearch head score (Gemma)0.000
Version: codex-gemma-dda1882f352aValidation status: machine_predicted_unvalidated
Candidate categoriesMeta-epidemiology (narrow), Insufficient payload (model declined to judge)
Consensus categoriesInsufficient payload (model declined to judge)
DomainCandidate signal: none · Consensus signal: none
Study designCandidate signal: Not applicable · Consensus signal: Not applicable
GenreCandidate signal: Empirical · Consensus signal: none
Teacher disagreement score0.593
Threshold uncertainty score1.000

Codex and Gemma teacher scores by category

CategoryCodexGemma
Metaresearch0.0000.000
Meta-epidemiology (narrow)0.0010.000
Meta-epidemiology (broad)0.0010.000
Bibliometrics0.0000.002
Science and technology studies0.0010.001
Scholarly communication0.0000.000
Open science0.0010.000
Research integrity0.0000.001
Insufficient payload (model declined to judge)0.0080.010

Machine scores (provisional)

The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.

Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.

Opus teacher head0.018
GPT teacher head0.285
Teacher spread0.267 · how far apart the two teachers sit on this one work
Validation statusscore_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from it