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Record W1592056354 · doi:10.1353/mon.2008.0043

Figuren des Europäischen. Kulturgeschichtliche Perspektiven

2008· article· de· W1592056354 on OpenAlexaboutno aff
Gerhart Hoffmeister

Bibliographic record

VenueMonatshefte · 2008
Typearticle
Languagede
FieldArts and Humanities
TopicGerman Literature and Culture Studies
Canadian institutionsnot available
Fundersnot available
KeywordsHumanitiesArt

Abstract

fetched live from OpenAlex

Reviewed by: Figuren des Europäischen. Kulturgeschichtliche Perspektiven Gerhart Hoffmeister Figuren des Europäischen. Kulturgeschichtliche Perspektiven. Herausgegeben von Daniel Weidner. München: Fink, 2006. 294 Seiten. €34,90. Dieser Band legt vierzehn Beiträge einer Tagung des Zentrums für Literaturforschung (Berlin, 2001) vor, an der sich Wissenschaftler aus dem In- und Ausland beteiligten, u.a. aus Wien, Ottawa, Buenos Aires und Buffalo (New York). In vier Sektionen untersuchen die Autoren Europäische Orte, Europäische Säkularisierung, Bildtechniken und Diskursfiguren. Im Grunde ist hier ein Band der Vergleichenden Literaturforschung entstanden, wobei Vertreter verschiedener Disziplinen Prolegomena zu einer andersartigen europäischen Kulturgeschichte anbieten. Denn die traditionelle Kulturwissenschaft mit ihren bisherigen Unterscheidungen wird insofern in Frage gestellt, als sie selbst als Untersuchungsobjekt in den Mittelpunkt rückt. Dabei konzentriert [End Page 135] sich der perspektivische Blick auf Figuren nicht als festgefahrene Begriffe oder Ideen, sondern als Phänomene, die offen bleiben für Grenzüberschreitungen, Übergänge und Übersetzungen, d.h. mit der Absicht, "das Neue aus der Perspektive der Vergangenheit zu betrachten und umgekehrt" (Vorwort). So untersuchen die Beiträge die Figur als topos, als Bild, als Diskursfigur an spezifischen Konstellationen. Besonders eindrucksvoll ist Gottfried Liedls Eingangsessay "Übersetzungen zwischen den Kulturen im Spanien der Reconquista," der den bislang vernachlässigten Doppelaspekt der "friedlich-kriegerischen" Akkulturation im Grenzgebiet der Frontera am Beispiel der Alhambra, der Relativierung des Religiösen am Rande zweier Ideologien und einer doppelten Rechtsprechung nachweist. Ein eklatantes Beispiel zeigt die Brisanz der intriganten Machtverhältnisse: Ein islamischer Richter richtet im Namen des christlichen Königs. Das prekäre Gleichgewicht zwischen Islam und Christentum im Grenzgebiet fiel allerdings bald der Inquisition zum Opfer. Unter den weiteren Beiträgen ragen Daniel Weidners "Berlin und Jerusalem. Gershom Scholem, 'Zion' und Europa," Albrecht Koschorkes "Das Begehren des Souveräns. Gryphius' Catharina von Georgien" und Walter Mosers "Novalis' Europa" hervor. Am Leitfaden von Scholems Autobiographie Von Berlin nach Jerusalem (erweiterte deutsche Ausgabe 1994) untersucht der Herausgeber die Frage "[W]as bedeutet es, wenn ein Jude Europa verlässt?" (60)—für das Bild Europas und die Einstellung zum Zionismus in Deutschland und Israel. Das für Scholem bezeichnende "Spiel mit der Grenze" zwischen Politik und Religion, das zugrundeliegende Verhältnis des Zionismus zu den Arabern, der Mandatsmacht England und zur jüdischen Diaspora stellt eine interessante Parallele zur spanisch-islamischen Frontera her, auch insofern als ein Moment der Verständigung mit den Arabern unter dem Druck des an den europäischen säkularen Nationalbewegungen orientierten Zionismus verloren ging. Im lockeren Anschluss an Sigrid Weigels "Souverän, Märtyrer und 'gerechte Kriege'" im Band bietet Koschorke (nicht: Koschroke [!], wie es im lebenden Kolumnentitel heißt) eine Neuinterpretation von Gryphius' Märtyrerdrama, indem er den Akzent von Catharina auf Chah Abas als die interessantere Figur verlegt, und zwar weil "[a]uf erotischem Niveau [ . . . ] das Begehren des Souveräns jedoch ein Moment wechselseitiger Abhängigkeit ins Spiel" bringt, "das im Widerspruch zu seinem Status als schrankenloser Alleinherrscher steht" (156). Somit gerate er "in die Dialektik zwischen Herrschaft und Knechtschaft," das Kernproblem der klassischen französischen Tragödie. Ist es Hegels "List der Vernunft," die den Chah in der Schluss-Szene die geopferte Geliebte aus dem Himmel anbeten lässt? Erst jetzt "erkennt er den Gott an, den sie ihm vorzieht" (162). Nach der Einbindung von Novalis' "Europa"-Essay in das "Diskurssystem seiner Epoche" sowie der Untersuchung der "utopischen Dimension des Textes" (219) geht Walter Moser auf die brisante Frage nach seinem "Wirkungspotential" heute ein: "Abgekoppelt wird der Text von spezifischen semantisch realisierten Inhalten, wie etwa vom Ideal einer christlichen Urgemeinschaft mit theokratischer Regierungsform. Er behält aber dabei seine utopische Dynamik bei" (232), braucht jedoch für die Zukunft anstelle der Religion wiederum ein Drittes als ein über den Nationalismus hinausweisendes Bindeglied der europäischen Gemeinschaft. Worin das besteht, bleibt ungeklärt. Diese Situation entspricht der verwirrten Lage in Europa um 1800, die Novalis selbst als eine "gewaltige Gärung" positiv bewertet (221), eine Zeit, die Hegel in seiner Phänomenologie des Geistes (1807) ähnlich als Zeit der Geburt und des Übergangs zu [End Page 136] einer neuen Periode begreift. Es fügt sich glücklich, dass der Band mit einem Beitrag von Dan Diner endet...

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How this classification was reachedexpand

Full frame machine prediction

Teacher imitation

Not calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. The Gemma side is a direct model label for every work in the frame, read from the title-only record. The Codex side is a classifier learned from the 10,348 direct Codex labels and calibrated to design-weighted sample rates; fields without enough sample support carry no Codex call. Candidate is the union of the two sides; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels.

metaresearch head score (Codex)0.001
metaresearch head score (Gemma)0.005
Version: metacan-v3-hybrid-931329e0061cValidation status: machine_predicted_unvalidated
Candidate categoriesnone
Consensus categoriesnone
DomainCandidate signal: none · Consensus signal: none
Study designCandidate signal: Not applicable · Consensus signal: Not applicable
GenreCandidate signal: Other · Consensus signal: none
Teacher disagreement score0.216
Threshold uncertainty score0.721

Distilled classifier scores by category (both heads)

CategoryCodexGemma
Metaresearch0.0010.005
Meta-epidemiology (narrow)0.0010.000
Meta-epidemiology (broad)0.0010.001
Bibliometrics0.0030.007
Science and technology studies0.0020.002
Scholarly communication0.0060.007
Open science0.0010.003
Research integrity0.0040.003
Insufficient payload (model declined to judge)0.2160.083

Machine scores (provisional)

The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.

Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.

Opus teacher head0.038
GPT teacher head0.218
Teacher spread0.180 · how far apart the two teachers sit on this one work
Validation statusscore_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from it

Classification

machine, unvalidated

Machine predicted; a candidate call from one source (direct Gemma or distilled Codex), not a consensus.

The models applied no category: nothing in the taxonomy fit this work.
Study designNot applicable
Domainnot available
GenreOther

How this classification was reached, model by model and score by score, is at the end of the page under "How this classification was reached".

Quick stats

Citations1
Published2008
Admission routes1
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