"It Could Have Happened in Other Countries Too": Von der Phanomenologie Zur Anthropologie der Gewalt Bei Vladimir Nabokov ("Korolek" Und "Oblako, Ozero, Basnja")
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Bibliographic record
Abstract
Gegenuber den Wissenschaften, in der Vernunft befangen sind, liegt Bedeutung der Literatur darin, dass sie Abgrunde der menschlichen Natur aufdeckt. Die Literatur ist die grosse Domane des Bosen, weil sie Sprache der menschlichen Leidenschaft spricht. (1) Langst ist in russische Literatur das in der sowjetischen verdrangte Bose zuruckgekehrt und das mit einem Aplomb, der im ersten Moment schockiert, schon im nachsten allerdings kalt lasst, weil letztlich Boses eher ein Mittel im grausam-schonen Spiel postmoderner Beliebigkeit zu sein scheint als eine Macht in der Welt. Betrachten wir Prasenz des einst Verdrangten, mit dem heute Auto en wie Mamleev oder Sorokin den an Ideale, an Belehrung und Orientierung gewohnten Leser sowjetischer Pragung konfrontieren, dann wirkt diese Wiederkehr wie eine Antwort auf im Sozialismus propagierte Behauptung, der Mensch sei gut, und Begriffe wie Teufel oder Sunde gehorten dem abgelegten Denken des 19. Jahrhunderts an. (2) Was in der Sowjetliteratur nicht gesagt wurde, gelangte in der russischen Emigration zum Ausdruck. Im Kontext gegenwartiger Diskurse uber `das Bose' und `die Gewalt' (3) drangt sich Erzahlprosa Vladimir Nabokovs aus den dreissiger Jahren auf, in der das Denken um bose Krafte kreist, mit scharfem Blick beobachtet im nationalsozialistischen Deutschland, vorstellbar jedoch auch in anderen Verhaltnissen: Korolek (1933), Priglasenie na kazn' (1934), Oblako, ozero, basnja (1937), Istreblenie tiranov (1938). Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht Erzahlung Oblako, ozero, basnja, weil der Autor selbst sie in den zeitgeschichtlichen Kontext gestellt hat. Mit grosser Wahrscheinlichkeit jedenfalls bezieht sich Nabokov in einem Brief an den Freund Edmund Wilson vom 5. Marz 1941 auf beabsichtigte Veroffentlichung dieser Erzahlung in englischer Ubersetzung, seine erste in den USA werden sollte. Wilson, jederzeit hilfreich bei der Suche nach Publikationsmoglichkeiten fur Nabokov, hatte den russischen Schriftsteller mit dem Sohn Thomas Manns, Klaus Mann (1906-1949), bekanntgemacht, damals Herausgeber einer eigenen, der freien Kultur gewidmeten Literaturzeitschrift namens Decision: (4) What kind of magazine or review might accept the story which I am enclosing? Will you please read it--perhaps you could suggest something? I thought of showing it to Klaus Mann for Decision, but I am afraid it might strike him as anti-German,--not merely anti-Nazi,--although really it could have happened in other countries too! (5) Nabokovs Entscheidung fur diese Zeitschrift mag ihren Grund darin gehabt haben, dass Klaus Mann schon in den Jahren 1933-1936 von seinem Amsterdamer Exil aus eine dezidiert antinazistische Publizistik vertrat, ohne andererseits dem Konzept der sozialistisch-realistischen Literatur zu erliegen, das er, von Maksim Gor'kij eingeladen, 1934 auf dem Ersten Sowjetischen Schriftstellerkongress in Moskau hatte studieren konnen. Manns Vorbehalte resultierten sowohl aus den Normierungstendenzen des neuen Moskauer Literaturkonzepts als auch aus dem Ausschluss einer Beschaftigung mit den metaphysischen Dingen. (6) Im Juni 1941 kam Nabokovs Erzahlung dann allerdings nicht in Decision heraus, sondern im Atlantic Monthly. (7) Die Rezeptionsvoraussetzungen fur einen antinazistischen Text durften in den Vereinigten Staaten im Jahre 1941 gunstig und Nabokov sich dessen bewusst gewesen sein. Wohl hebt der Autor in der zitierten Briefstelle Bezugspunkte seiner `story' zur nationalsozialistischen Realitat des Dritten Reichs hervor (really it could have happened), zugleich jedoch weist er uber sie hinaus und auf Ubiquitat des Geschehens (in other countries too). Uberdies entlastet er Nation mit der im Hinblick auf Klaus Mann zartfuhlenden Unterscheidung von Deutsch und Nazi. Oblako, ozero, basnja (8) war Ende Juni 1937 in Marienbad entstanden, als Nabokov, der das nationalsozialistische Deutschland schon im Januar fur eine Lesetour in England verlassen hatte, in Tschechoslowakei reiste, um sich von der Mutter in Prag zu verabschieden, sodann in Frankreich zu leben und nie mehr nach Deutschland zuruckzukehren. …
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Full frame distilled prediction
Teacher imitationNot calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. Learned from the 10,348 direct Codex labels and 10,348 direct Gemma labels. Candidate is the union of thresholded teacher heads; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels or direct frontier model labels.
Codex and Gemma teacher scores by category
| Category | Codex | Gemma |
|---|---|---|
| Metaresearch | 0.000 | 0.000 |
| Meta-epidemiology (narrow) | 0.001 | 0.001 |
| Meta-epidemiology (broad) | 0.001 | 0.000 |
| Bibliometrics | 0.000 | 0.000 |
| Science and technology studies | 0.001 | 0.002 |
| Scholarly communication | 0.001 | 0.001 |
| Open science | 0.001 | 0.000 |
| Research integrity | 0.001 | 0.001 |
| Insufficient payload (model declined to judge) | 0.050 | 0.007 |
Machine scores (provisional)
The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.
Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.
score_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from it