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Record W4391822445 · doi:10.53458/wfr.v67i.10193

Mediatisierung der Reichsstadt Hall durch Württemberg 1802/03

2024· article· de· W4391822445 on OpenAlexaff
Walter Döring

Bibliographic record

VenueWürttembergisch Franken · 2024
Typearticle
Languagede
FieldSocial Sciences
TopicHistorical Influence and Diplomacy
Canadian institutionsDiscovery Air (Canada)
Fundersnot available
KeywordsPolitical science

Abstract

fetched live from OpenAlex

Die Geschichte der Großen Kreisstadt Schwäbisch Hall hat von ihren Anfängen an durch alle Epochen hindurch bis in die neueste Zeit hinein in weiten Teilen eine ausführliche und kenntnisreiche Bearbeitung erfahren.Ein Bereich fiel dem Verfas- ser bei seinen stadthistorischen Studien jedoch als noch sehr unzureichend und in allgemeinen Darstellungen auch als unzulässig oberflächlich bearbeitet auf: der Übergang der ehemaligen Reichsstadt Hall an Württemberg 1802/03.Eine umfang- reichere Abhandlung über diesen für die Stadt bedeutungsvollen Abschnitt, der den Wendepunkt in ihrer Geschichte von einer Reichsstadt zu einer württembergischen Landstadt markiert, schien somit ein Desiderat darzustellen; diese Lücke in der Haller Stadtgeschichtsforschung zu schließen, ist eines der Ziele der vorliegenden Arbeit.Am 20.Mai 1802 hatte das damalige Herzogtum Württemberg mit der französi- schen Regierung in Paris einen Sonderfrieden ausgehandelt.In diesem Friedensver- trag wurden dem Herzog Gebietsentschädigungen zugesichert, die seine auf links- rheinischem Territorium entstandenen Verluste ausgleichen sollten.Diese Landes- entschädigungen wurden offiziell in dem Reichsdeputationshauptschluß bestätigt.Eine Reichsdeputation, ein Ausschuß des Reichstages, hatte nach langen Verhand- lungen und zähem Ringen der einzelnen Interessenvertreter diesen Hauptschluß von 1803 zustandegebracht, der zugleich den letzten großen Gesetzeserlaß des Alten Reiches darstellte.Der Reichsdeputationshauptschluß war gefaßt worden, um das Reich in den Luneviller Frieden von 1801 einzuschließen, in dessen sechstem Artikel Kaiser Franz 11. namens des Reiches das gesamte linke Rheinufer an Frankreich abtrat.Noch vor der Verabschiedung des Reichsdeputationshauptschlusses konnte Herzog Friedrich 11. von Württemberg, welcher am 30.April 1803 die Kurfürstenwürde erhielt und am 1. Januar 1806 König von Württemberg wurde, die neuen Landesge- biete in Besitz nehmen.Es handelte sich hierbei um neun Reichsstädte und verschiedene Klöster und Stifte, darunter auch die Stadt Hall.Die Besitzergreifung erfolgte gewöhnlich in zwei Schritten: in einem militärischen und in einem zivilen; von beiden Vorgängen wird im folgenden die Rede sein.Verhandlungen im Vorfeld der militärischen Besitzergreifung Nach dem Frieden von Luneville zogen sich am Wiener Hof die Verhandlungen um angemessene Entschädigungen für die linksrheinischen Verluste der weltlichen Fürsten ergebnislos in die Länge.Die Erörterungen über den Zeitpunkt für die 106 Walter Döring Eingliederungsmaßnahmen verliefen scheinbar endlos, ohne zu einem von allen beteiligten Mächten akzeptierten Abschluß zu gelangen.Botschafterberichte und Unterredungen zwischen den verschiedenen Vertretern der europäischen Höfe wurden ebenso wie die zahlreich in Umlauf gesetzten Gerüchte genauestens registriert und von Friedrichs Gesandtem in Wien, Albrecht J. von Bühler, dem Herzog auf schnellstem Wege in ausführlichen Briefen gemeldet.Im folgenden wird eine Auswahl dieser Gesandtenberichte vorgestellt werden, wobei nicht hinter den Monat September des Jahres 1801 zurückgegangen werden soll.Dieser Zeitpunkt findet seine Begründung zum einen darin, daß vor ihm fast ausschließlich unkonkrete und vor allem sehr häufig bald widerrufene Meldungen erstattet wurden 1 , und zum anderen darin, daß erst nach ihm die Umrisse eines eigenen württembergischen Entschädigungsplans erkennbar wurden.Außerdem liegt der gewählte Zeitpunkt genau zwölf Monate vor der Veröffentlichung des Besitznahmepatents Herzog Friedrichs.Dadurch kann aufgezeigt werden, durch welch zähen Verlauf über einen überschaubaren und deutlich abgegrenzten Zeit- raum hinweg die Verhandlungen aufgrund welcher internationaler Verwicklungen gekennzeichnet waren, ehe sie -ohne wirklich abgeschlossen worden zu sein -zu teilweise überstürzten Handlungen der Betroffenen führten, die schließlich nicht nur in Deutschland nachhaltige territoriale Veränderungen bewirkten.Am 16.September 1801 schrieb Bühler an den Herzog von dem ...sich täglich verbreitenden Gerücht, daß zwischen Frankreich, Oesterreich und Preußen über die in Teutschland statt finden sollenden Entschädigungen schon ein gemeinschaftlich verabredeter Plan bestehe 1 .Genau einen Monat später berichtet er über eine Unterredung mit dem Grafen von Cobenzl, in deren Verlauf dieser deutlich gemacht hatte, daß es hinsichtlich der Entschädigungsfragen noch zu keiner grundsätzlichen Übereinkunft gekommen war 3 .Der Kaiser hatte sich Cobenzl zufolge bisher lediglich dahingehend geäußert, daß eine ... höchstmögliche Mäßigung in den Saecularisationen stattfinden müßte.Hierauf erwiderte ihm Bühler in Gemäßheit der Pläne des Herzogs, daß sich unter solchen Voraussetzungen ... keine hinrei- chende Masse zur Entschädigung der beteiligten Erbfürsten ... werde finden lassen.Er brachte dabei aber nicht nur zum Ausdruck, daß man sich in Württemberg an kirchlichen Gütern schadlos zu halten gedachte, sondern erwähnte auch die anderen Gebiete, auf welche der Herzog und seine Ratgeber ihr Augenmerk gelegt hatten: die Reichsstädte.Er signalisierte Cobenzl, daß man in Württemberg auch an das Mittel der Sequestration 4 der Reichsstädte gedacht habe 5 .Da das Entschädigungsgeschäft letztendlich aber eine Angelegenheit der Reichsdeputation war, empfahl Cobenzl, der die Forderungen Friedrichs als Ausgleich für das seiner Meinung nach kein großes Object darstellende Mömpelgard als reichlich überzogen empfand, um Unterstützung bei Rußlands Hof nachzusuchen.Der württembergische Entschädi- gungsplan stand somit an Friedrichs Hof schon ganz eindeutig fest, noch ehe sich die Großmächte hatten einigen können.Aus einer weiteren Nachricht Bühlers vom 9. Dezember 1801 geht hervor, daß dieser Gesandte Friedrichs Graf von Cobenzl gegenüber erneut die Auffassung vertreten hatte .... daß Städtische Territorien Die Mediatisierung der Reichsstadt Hall 107 allein Höchstdenseiben für so ein beträchtliches Fürstenthum, wie Mömpelgardt gewest, kein Ersatz seyn könne, sondern das Bißthum Eiwangen, die Abteyen Neresheim, Zwifalten, Marchthai wenigstens beygezogen werden müßten 6 .Sechs Tage später erstattete Bühler in einer kürzeren Note freudigen Bericht über eine an ihn ergangene Mitteilung des russischen Grafen Razumovsky, daß hinsichtlich der den Herzog betreffenden Entschädigungsangelegenheiten ... die befriedigendsten Zusicherungen gemacht worden seyen ! .Dieser hoffnungsvollen Botschaft folgte jedoch schon bald wieder die Ernüchterung, denn es war zwischenzeitlich einmal mehr spürbar geworden, daß ohne Frankreichs ausdrückliche Einwilligung oder sogar Weisung in Deutschland nichts zu bewegen war.Dies brachte der württem- bergische Gesandte am Wiener Hof in einem Schreiben vom 9. Januar 1802 unmißverständlich zum Ausdruck, als er darin festhielt: Noch herrscht hier immer die gleiche Ungewißheit über die Entscheidung von Seiten Frankreichs, nach welchem Plan das Entschädigungs Geschäft in Deutschland zur Ausführung gebracht werden soll*.Am 30.Januar schließlich fiel die Nachricht an Friedrich sehr niederschlagend aus.In dem Entschädigungsplan des Ersten Konsuls Bonaparte war der Herzog von Württemberg ...am übelsten bedacht, wovon man, so wie bei Sardinien seine allzu große Anhänglichkeit an Rußland als Ursache anführt 9 .Eine Woche danach war Bühler eifrig darum bemüht, Friedrich zu beruhigen.Nach Rücksprache mit Cobenzl und Razumovsky konnte er die nun in Wien vorherr- schende Meinung übermitteln, daß man diesen Plan für eine boshafte Erfindung halte 10 .Die Verhandlungen zogen sich ergebnislos über Monate hin, da die jeweiligen Interessen und die aus ihnen geborenen Wünsche und Pläne auch innerhalb Deutschlands zu weit auseinanderlagen, als daß sie eine rasche Beschlußfassung zugelassen hätten.Am Berliner Hof war man gegen eine allgemeine Säkularisation, als deren Folge man den Umsturz der ganzen Reichsverfassung befürchtete.Eine gerechte Entschädigung war nach des Kaisers Auffassung auch ohne eine solche Maßnahme möglich.Er ließ seine Einstellung zu diesem Thema in Paris vortragen, das sich dieser Frage gegenüber anscheinend reichlich gleichgültig verhielt.Am 3. März wußte Bühler in diesem Zusammenhang von einer Übereinkunft zwischen Frankreich, Rußland und Preußen zu berichten, ... nach welcher kein geistlicher Churfürst im Reich bleiben, die Verfassung aber dennoch erhalten bleiben solle n .Wirkliche Entscheidungen waren aber noch immer nicht getroffen worden, und so ähnelten Bühlers Mitteilungen in den nächsten Wochen eher den beliebten trivialen Hofberichten als ernstzunehmenden Gesandtendepeschen.Auch noch am 3. April verlautete aus Wien, daß von der von Minister Talleyrand ... versprochenen Äußerung über die Behandlung der Indemnisations Geschäfte in Deutschland noch mit keiner Sylbe die Rede ist n .Am letzten Tag desselben Monats wurde Friedrich über die Gründe für die steckengebliebenen Verhandlungen über einen Entschädi- gungsplan für Württemberg ins Bild gesetzt: Pfalz-Bayern war inzwischen in den Mittelpunkt des Interesses der Großmächte gerückt, da der Kurfürst von Pfalz- Bayern als Ausgleich für die Abtretung des ganzen rechten Inn-Ufers an Österreich 108 Walter Döring dessen gesamte Besitzungen in Schwaben verlangt hatte 13 .Dieses bayerische Verlangen muß ganz offensichtlich alle Kräfte für sich in Anspruch genommen haben, denn selbst am 30.Mai konnte Bühler seinem zunehmend unruhiger gewordenen Herm keine andere Nachricht geben als die folgende: Der Erste Konsul hat noch immer nichts erklärt™.Dasselbe teilte Bühler auch unter dem Datum des 5. Juni mit und nannte dazu die vom französischen Botschafter hierfür abgegebene Erklärung: Die inneren Angelegenheiten Frankreichs ließen Bonaparte keine Zeit 15 .Es hatte aber nicht nur solche Botschaften aus Wien gegeben, welche die Württem- berger wenig zuversichtlich zu stimmen vermochten, sondern durchaus auch solche, welche zu berechtigten Hoffnungen Anlaß geben konnten.So z.B. diejenige vom 23.Juni, in w

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How this classification was reachedexpand

Full frame machine prediction

Teacher imitation

Not calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. The Gemma side is a direct model label for every work in the frame, read from the title-only record. The Codex side is a classifier learned from the 10,348 direct Codex labels and calibrated to design-weighted sample rates; fields without enough sample support carry no Codex call. Candidate is the union of the two sides; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels.

metaresearch head score (Codex)0.001
metaresearch head score (Gemma)0.001
Version: metacan-v3-hybrid-931329e0061cValidation status: machine_predicted_unvalidated
Candidate categoriesnone
Consensus categoriesnone
DomainCandidate signal: none · Consensus signal: none
Study designCandidate signal: Not applicable · Consensus signal: none
GenreCandidate signal: Empirical · Consensus signal: none
Teacher disagreement score0.108
Threshold uncertainty score0.214

Distilled classifier scores by category (both heads)

CategoryCodexGemma
Metaresearch0.0010.001
Meta-epidemiology (narrow)0.0000.000
Meta-epidemiology (broad)0.0000.000
Bibliometrics0.0020.003
Science and technology studies0.0020.001
Scholarly communication0.0030.001
Open science0.0000.002
Research integrity0.0010.002
Insufficient payload (model declined to judge)0.0270.004

Machine scores (provisional)

The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.

Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.

Opus teacher head0.021
GPT teacher head0.329
Teacher spread0.308 · how far apart the two teachers sit on this one work
Validation statusscore_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from it

Classification

machine, unvalidated

Machine predicted; a candidate call from one source (direct Gemma or distilled Codex), not a consensus.

The models applied no category: nothing in the taxonomy fit this work.
Study designNot applicable
Domainnot available
GenreEmpirical

How this classification was reached, model by model and score by score, is at the end of the page under "How this classification was reached".

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