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Record W4411209102 · doi:10.21240/merz/2025.02.18

Die 75. Berlinale

2025· article· de· W4411209102 on OpenAlexaboutno aff
Michael Bloech, Günther Anfang, Nicole Lohfink

Bibliographic record

Venuemerz | medien + erziehung · 2025
Typearticle
Languagede
FieldArts and Humanities
TopicGerman History and Society
Canadian institutionsnot available
Fundersnot available
KeywordsPhilosophy

Abstract

fetched live from OpenAlex

Frischer Wind Michael Bloech Nach dem eher unglücklichen Agieren der beiden vorherigen Leitenden der Filmfestspiele (Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian) standen bei der 75. Berlinale mit der neuen Intendantin, der US-Amerikanerin Tricia Tuttle, einige Veränderungen an. Es galt, die politisch engagierte, weltoffene Berlinale in interessanteres Fahrwasser zu transformieren, ohne ihren Anspruch aufzugeben. Im Vorfeld gelang es Tricia Tuttle erfreulicherweise, den Anteil an Frauen unter den Filmschaffenden entscheidend zu steigern und das Filmangebot im Vergleich zu den vergangenen Jahren zu verschlanken. Die gut gelaunte Eröffnung Schon die Festivaleröffnung bot Anlass zur Hoffnung, dass alles besser werden würde. Der Regisseur Edward Berger (Konklave) lieferte eine wohltemperierte, launige Laudatio zu Tildas Swintons Ehrenbären, Tricia Tuttle gelobte Besserung und Tom Tykwer eröffnete die Berlinale mit seinem Film Das Licht. Der Film bedient ein ganzes Potpourri aktueller Themen wie Migration, Coming-of-Age, Klimakrise, Arbeitswelt, Disruption klassischer Familienstrukturen, Queerness, Entwicklungshilfe, Computerspiele, Esoterik und vieles mehr. Diese bunte Gemengelage fächerte auch das Themenspektrum der diesjährigen Berlinale auf. Bezogen auf filmische Genres servierte Tykwer zwei Stunden lang einen bunten Strauß unterschiedlicher Filmformate – vom Musical-, Tanz- und Musikfilm über den klassischen Spielfilm bis hin zum Animationsfilm. Dabei könnte einem schwindelig werden, wäre der Film nicht so oberflächlich und emotionslos. Die Berlinale und der Antisemitismus Nach dem antisemitischen Eklat bei der Preisverleihung der vorigen Berlinale sollten dieses Jahr der Dialog, die Verständigung und das respektvolle Miteinander gestärkt werden. Allerdings erwies sich letzteres als kein leichtes Unterfangen. Tilda Swinton bedankte sich in der Rede zu ihrem Ehrenbären mit einem engagierten politischen Statement, das in Zusammenhang mit ihrer am nächsten Tag stattfindenden Pressekonferenz jedoch einen bitteren Nachgeschmack erhielt. Dort machte sie sich für die pro-palästinensische Kampagne BDS (Boycott, Divestment and Sanctions) stark, die Israel wirtschaftlich, kulturell und politisch isolieren will und als extremistischer Verdachtsfall unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Ein weiterer Vorfall ereignete sich auf einer Veranstaltung in der Bildungseinrichtung Urania, während der der Regisseur Jun Li eine Rede des Schauspielers Erfan Shekarriz vorlas, der in seinem Film Queerpanorama mitspielt. In der Rede hieß es unter anderem, die Bundesrepublik und die Berlinale unterstützten einen Völkermord an den Palästinenser*innen. Die Berlinale verurteilte umgehend diese Behauptungen und der Staatsschutz des Landeskriminalamts leitete Ermittlungen ein. Dass es auch ohne Hass und Verachtung geht, zeigte der Dokumentarfilm Holding Liat von Brendon Kramer, der das Schicksal der Familie einer von der Hamas entführten israelischen Geisel schildert und sich für Aussöhnung und ein gleichberechtigtes Miteinander ausspricht. Filmkunst als Kompass Ein Filmfestival lebt vor allem von den gezeigten Filmen und die Berlinale insbesondere von Produktionen, die in der Sektion Wettbewerb zu sehen sind. Hier legte Tuttle vor allem Wert auf Filmkunst. Diese strenge Ausrichtung erfordert beim Publikum Mut, Verständnis und Wohlwollen, sich mit Filmen abseits des Mainstreams auseinanderzusetzen. Der Plan der Berlinale war somit ambitioniert, einerseits Stars zu präsentieren und andererseits nicht nur die Presse zu bedienen, sondern auch das Berliner Publikum zu erreichen. Mit weit über 300.000 verkauften Tickets ging der Plan aber auf und das Publikum fand viele interessante Filme nicht nur im Wettbewerb, sondern auch in den weiteren Sektionen. Dabei stachen einige Schwerpunkte aus dem Programm hervor. Zum Beispiel durch Einblicke in das Leben ethnischer Minderheiten, wie mit Zhi Whu Xue Jia (Der Botaniker) über einen kasachischen Jungen im chinesischen Grenzgebiet oder Uiksaringitara (Der falsche Ehemann) über das Leben der Inuit in Kanada. Da waren auch viele Geschichten, die dem Publikum die vielfältigen Perspektiven zentraler Frauenfiguren näherbrachten, so in Village Rockstars 2, in dessen Zentrum ein junges, nordindisches Mädchen das Überleben lernt oder in Stolz & Eigensinn über berufliche Wege von Frauen aus der ehemaligen DDR. Und es gab zeitaktuelle Schlaglichter auf Krieg und Politik wie den erwähnten Holding Liat oder den dokumentarischen Film Evidence über die politische Wegbereitung des Amerikas von heute. Ebenfalls stark vertreten waren Animations-Filme, die inhaltlich gleichermaßen als Sprachrohr für ungehörte, junge Stimmen fungierten. Im Folgenden wird über einige beachtenswerte Filme berichtet. Die Filme HELDIN Michael Bloech Einer der sehenswerten Filme, die nicht im Wettbewerb liefen, war die schweizerisch-deutsche Produktion Heldin von Petra Volpe. Im Zentrum der packenden Geschichte steht die junge Krankenschwester Floria, berührend gespielt von Leonie Benesch, die 2023 für ihre Rolle im Drama Das Lehrerzimmer bereits den Deutschen Filmpreis für die beste weibliche Hauptrolle erhielt. Vor allem Benesch ist es zu verdanken, dass man bei Heldin tief in den belastenden Alltag einer Krankenschwester eintaucht. Mit dem schnellen, hektischen, unbarmherzigen Tempo des Films wird die physische und psychische Belastung im aktuellen Gesundheitssystem deutlich, das unter Personalmangel und finanzieller Not leidet. All dies wird emotional dicht präsentiert, ohne dabei zu sehr den moralischen Zeigefinger zu erheben. Das ungeheure Tempo wird durch die peitschende Musik nachdrücklich unterstützt, die dem Publikum im ersten Teil des Films keine Sekunde der Entspannung gönnt. Dennoch ist Volpes Film kein effekthascherisches Action­ drama, sondern die gefühlvolle Umsetzung eines wichtigen Themas. Beim Zuschauen leidet man buchstäblich mit, wenn Floria versucht, sich immer wieder durch die Spätschicht mit all den belastenden Situationen ‚durchzuschlagen‘. Dabei ist die Figur der Floria dem Druck des enormen filmischen Tempos nicht schutzlos ausgeliefert. Sie wird als kompetente Frau präsentiert, die sich engagiert und routiniert ihren Aufgaben stellt und trotz Fehlern mutige Entscheidungen trifft. Floria zerbricht nicht, sondern gewinnt an emotionaler Tiefe und Glaubwürdigkeit. Genau in diesen Momenten nimmt Volpe das Tempo aus ihrem Film heraus und gönnt ihrer Protagonistin und den Zuschauenden Momente der Ruhe und des Nachdenkens. Auch die Kameraarbeit sorgt dafür, dass man sich dem Geschehen auf der Leinwand kaum entziehen kann. Man leidet förmlich körperlich mit, wenn Floria durch die Krankenhausgänge eilt und die Kamera sie dabei unerbittlich verfolgt. Diese visuell beeindruckende Umsetzung gelingt der zu Recht mit Preisen überhäuften Kamerafrau Judith Kaufmann. Kurz gesagt, dieser politisch wichtige Film ist ein kleines filmisches Meisterwerk. ZIRKUSKIND Michael Bloech In der Sektion Generation werden Filme für das junge Publikum gezeigt. Auch hier finden sich beachtliche Produktionen. Ein kleines Highlight war der deutsche Dokumentarfilm Zirkuskind der Filmemacherinnen Julia Lemke und Anna Koch. Auf unterhaltsame, informative und für das junge Publikum spannende Weise gibt der Film Einblicke in den Alltag eines kleinen familiengeführten Zirkus. Der 11-jährige Santino und sein Ur-Opa Ehe führen uns in eine Welt voller Magie und Attraktionen, aber auch der Vorurteile, der Anstrengungen, der Entbehrungen. Über ein Jahr begleitete das Filmteam den Zirkus und näherte sich respektvoll Santino und Ehe, ohne das Zirkusleben zu romantisieren. Vor allem vermittelt der Film, wie wichtig es den Zirkuskünstler*innen ist, sich in allen Situationen auf andere verlassen zu können und in der Geborgenheit einer funktionierenden Gemeinschaft zu leben. Die artistischen Zirkusszenen und Tiernummern sind einfühlsam von der Kamera eingefangen und werden wohldosiert eingesetzt, sodass niemals Langeweile entsteht. Didaktisch gelungen sind darüber hinaus die Animationsfilmpassagen, die historische Informationen für Kinder verständlich aufbereiten. Ein paar kleine Wermutstropfen gibt es trotzdem, da der prekäre Umgang mit Zirkustieren genauso nur gestreift wird wie die Risiken artistischer Darbietungen oder auch die Problematik patriarchaler Strukturen. Allerdings sind diese komplexen Themenfelder in einem Kinderfilm nicht einfach umzusetzen. Mit spielerischer Leichtigkeit offeriert der sympathische Film Kindern jede Menge Ansatzpunkte, um über das Gesehene mit ihren Eltern oder Freund*innen zu diskutieren und bietet Verständnis dafür, ungewöhnlich zu leben und dabei glücklich und geborgen zu sein. Zirkuskind gewann eine Lobende Erwähnung der Kinderjury und kommt voraussichtlich im Herbst in die deutschen Kinos. MUSIKFILME AUF DER BERLINALE Günther Anfang Musik spielte in einigen Filmen auf der diesjährigen Berlinale eine wichtige Rolle. So zum Beispiel im Eröffnungsfilm Das Licht von Tom Tykwer, in dem Musicalelemente und Tanz- und Gesangseinlagen zu Liedern von Abba und Queen eingebaut sind, oder im Dokumentarfilm Monk in Pieces über die visionäre Komponistin und Performerin Meredith Monk. Auch im indischen Coming-of-Age-Film Village Rockstars 2 spielt Musik eine wichtige Rolle und vermittelt das Lebensgefühl junger Menschen in der indischen Provinz Assam. Besonders herausstechend und für die Musikgeschichte wichtig waren aber die beiden Spielfilme A Complete Unknown von James Mangold über den frühen Bob Dylan und Köln 75, eine filmische Zeitreise zum legendären Köln Concert des Musikers Keith Jarrett im Jahr 1975. Beide Filme nähern sich der Musikgeschichte aus unterschiedlichen Perspektiven – der eine als Portrait eines aufsteigenden Künstlers, der andere als Erinnerungsreise an ein Konzert mit vielen Hindernissen. A COMPLETE UNKNOWN – DYLAN ZWISCHEN FOLK UND ROCK A Complete Unknown ist Bob Dylan (gespielt von

Fetched live from OpenAlex and de-inverted. Abstracts are not stored in this database: the inverted indexes are 8.6 GB of the frame’s 9.3 GB of text, and the host has 13 GB free.

How this classification was reachedexpand

Full frame distilled prediction

Teacher imitation

Not calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. Learned from the 10,348 direct Codex labels and 10,348 direct Gemma labels. Candidate is the union of thresholded teacher heads; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels or direct frontier model labels.

metaresearch head score (Codex)0.001
metaresearch head score (Gemma)0.000
Version: codex-gemma-dda1882f352aValidation status: machine_predicted_unvalidated
Candidate categoriesMeta-epidemiology (narrow), Science and technology studies, Insufficient payload (model declined to judge)
Consensus categoriesInsufficient payload (model declined to judge)
DomainCandidate signal: none · Consensus signal: none
Study designCandidate signal: Not applicable · Consensus signal: Not applicable
GenreCandidate signal: Other · Consensus signal: none
Teacher disagreement score0.408
Threshold uncertainty score1.000

Codex and Gemma teacher scores by category

CategoryCodexGemma
Metaresearch0.0010.000
Meta-epidemiology (narrow)0.0000.000
Meta-epidemiology (broad)0.0010.000
Bibliometrics0.0000.000
Science and technology studies0.0020.001
Scholarly communication0.0000.000
Open science0.0010.000
Research integrity0.0000.001
Insufficient payload (model declined to judge)0.0050.002

Machine scores (provisional)

The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.

Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.

Opus teacher head0.017
GPT teacher head0.231
Teacher spread0.214 · how far apart the two teachers sit on this one work
Validation statusscore_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from it

Classification

machine, unvalidated

Machine predicted; both teacher heads agree on what is shown here.

Study designNot applicable
Domainnot available
GenreOther

How this classification was reached, model by model and score by score, is at the end of the page under "How this classification was reached".

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Published2025
Admission routes1
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