Bibliographic record
Abstract
Diese Diplomarbeit behandelt den Einfluss von Surrealismus auf den kanadischen Filmemacher Guy Maddin und im speziellen auf dessen Spielfilm My Winnipeg (2007). Es wird weiters versucht My Winnipeg innerhalb des zeitgenössischen anglophonen kanadischen Kinos zu positionieren und im Zuge dessen diesen Bereich des nationalen Kinos vorzustellen. In einem Einführungskapitel wird das anglophone kanadische Kino als 'cinema of otherness' betrachtet. Die einflussreichsten Regisseure des Landes kehrten in den vergangenen Jahrzehnten die etablierte realistische Filmtradition, die ihren Ausgang in der Gründung des National Film Board of Canada im Jahr 1939 und der darauf folgenden Promotion von vorwiegend kanadischem Inhalt zur Stärkung der nationalen Identität via Dokumentationen und realistischen Spielfilmen nimmt und die bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts die filmische Landschaft des Landes prägte, um, und machten das Land zu einer Domäne des unkonventionellen Spielfilmes. Dieser Trend wurde maßgeblich von David Cronenberg geprägt, der ab den späten 1960er Jahren in Toronto in Erscheinung trat. Bis heute zählt Cronenberg zu den wichtigsten Filmemachern des Landes, da dessen Abkehr vom Realismus Generationen von kanadischen Filmemachern nach ihm inspirierte, und weil seine Filme internationale Aufmerksamkeit auf Kanada als Produktionsland von originellen Spielfilmen richtete. Anders als viele seiner Landsmänner kann Cronenberg auch innerhalb von Kanada kommerzielle Erfolge feiern. Kommerzielle Misserfolge sind hingegen ein traditionelles Problem der kanadischen Filmindustrie: aufgrund des traditionell geringen Interesses des kanadischen Kinopublikums an heimischen Filmen, und der Dominanz amerikanischer Produktionen in heimischen Kinos, sind kanadische Filmemacher teilweise auf staatliche finanzielle Unterstützung angewiesen. Dies führt zu großer künstlerischer Freiheit für die Filmemacher des Landes, da Filmfonds, obwohl deren finanzieller Umfang in jüngster Vergangenheit abnimmt, für Filmemacher nach wie vor eine verlässliche Finanzierungsquelle darstellen, und Filmproduktion deshalb nur bedingt an den voraussichtlichen kommerziellen Erfolg eines Filmes gekoppelt ist. Diese Situation macht Kanada zu einem einzigartigen Film Produktionsland und trägt maßgeblich zum kanadischen Kino als einem 'cinema of otherness' bei, da dieses offenbar Originalität dem Marktwert eines Filmes vorzieht. Guy Maddin ist ein fixer Bestandteil dieses kanadischen 'cinema of otherness'. Die Ästhetik seiner Filme ähnelt der von Stummfilmen und ersten Tonfilmen, doch in Verbindung mit anderen Einflüssen wie Surrealismus, sowie frühen Filmtechniken sind seine Filme einzigartig. Die zweite Hälfte dieser Diplomarbeit behandelt den Einfluss von Surrealismus auf Guy Maddin und My Winnipeg, wobei eine Interpretation Maddins als Surrealist abgelehnt wird. Es wäre problematisch Maddin als Surrealisten zu bezeichnen, da absoluter Surrealismus streng genommen auf die Anfangstage der Bewegung in den 1920er und 19030er Jahren zu reduzieren ist und weil Surrealismus nur einen der zahlreichen Einflüsse auf den Regisseur darstellt. Darüber hinaus war Surrealismus auch eine politisch inspirierte Bewegung, eine politische Botschaft fehlt in My Winnipeg jedoch völlig. Zudem hatte die surrealistische Bewegung das ernsthafte und radikale Ziel die menschliche Wahrnehmung zu erweitern. Dies äußerte sich unter anderem in surrealistischer Kunst, wie etwa in Luis Buñuels Film Un Chien Andalou (1929) der aus lose zusammenhängenden Szenen besteht, die jeder Logik entbehren. Eine ähnlich radikale Botschaft ist in My Winnipeg jedoch ebenfalls nicht enthalten. Weiters ist die Anwendung surrealistischer Techniken in My Winnipeg selektiv und kalkuliert. Guy Maddin erklärte, er wollte seiner Heimatstadt Winnipeg durch den Film eine mystische Qualität verleihen. Um dieses Ziel zu erreichen, bedient sich der Filmemacher surrealistischer Techniken, die in Verbindung mit den unglaubwürdigen und fantastischen Äußerungen des Erzählers die Zuschauer verwirren sollen. Dies bewirkt den Prozess der Mystifizierung, da es in der menschlichen Natur liegt, durch jene Vorgänge verblüfft zu werden, die der Verstand nicht begreifen kann. Die Signifikanz von Surrealismus für den Film liegt also darin, die Stadt Winnipeg sowie auch die Person Guy Maddin zu mystifizieren, und nicht darin My Winnipeg zu einem surrealistischen Film zu machen. Die Hypothese, dass Maddin kein Surrealist ist, sich aber surrealistischer Techniken bedient um gewisse Effekte zu erzielen, konnte deshalb bestätigt werden. Im Rahmen des anglophonen kanadischen Kinos betrachtet, fügt sich My Winnipeg gut in die Domäne des 'cinema of otherness' ein. Zum einen trägt der Film zum Ruf des kanadischen Kinos als unkonventionell oder 'weird' bei. Der Englische Begriff 'weird' wird oft mit zeitgenössischem anglophonem kanadischen Film assoziiert, da dessen renommierteste Vertreter nonkonformistische Regisseure wie Cronenberg, dessen Filme traditionellerweise Elemente von Horror, Pornographie und Science Fiction vereinen oder der ähnlich renommierte Atom Egoyan, dessen Filme auf emotional unzugänglichen Charakteren basieren, oder Maddin, der sich der Ästhetik einer längst vergangenen Kino-Ära und surrealistischer Elemente bedient, sind. Diese und andere Filmemacher beteiligen sich an der Abkehr der realistischen Tradition die von Cronenberg begonnen wurde und verleihen dem nationalen Kino einen Ruf als originell und 'weird'. Zum anderen beweist die reine Existenz von My Winnipeg, dass das 'cinema of otherness' durchaus 'anders' ist, denn wie weitere Werke des Regisseurs ist der Film ein kommerzieller Misserfolg. Dennoch ist Maddin noch immer in der Lage Filme zu produzieren, die kaum außerhalb von Filmfestivals und ausgesuchten Kinos wahrgenommen werden, was wiederum beweist, dass das zeitgenössische kanadische Kino Originalität unterstützt, auch wenn dies das Risiko von kommerziellem Misserfolg mit einschließt.
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How this classification was reachedexpand
Full frame distilled prediction
Teacher imitationNot calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. Learned from the 10,348 direct Codex labels and 10,348 direct Gemma labels. Candidate is the union of thresholded teacher heads; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels or direct frontier model labels.
Codex and Gemma teacher scores by category
| Category | Codex | Gemma |
|---|---|---|
| Metaresearch | 0.000 | 0.000 |
| Meta-epidemiology (narrow) | 0.000 | 0.000 |
| Meta-epidemiology (broad) | 0.000 | 0.000 |
| Bibliometrics | 0.000 | 0.000 |
| Science and technology studies | 0.000 | 0.000 |
| Scholarly communication | 0.000 | 0.000 |
| Open science | 0.000 | 0.000 |
| Research integrity | 0.000 | 0.000 |
| Insufficient payload (model declined to judge) | 0.001 | 0.000 |
Machine scores (provisional)
The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.
Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.
score_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from itClassification
machine, unvalidatedMachine predicted; a candidate call from one teacher head, not a consensus.
How this classification was reached, model by model and score by score, is at the end of the page under "How this classification was reached".