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Enregistrement W2284877185

Skintimacy: Die elektrisierte Haut als Musikinterface

2011· article· de· W2284877185 sur OpenAlexaboutno aff
Alexander Müller, Jochen Fuchs, Gesche Joost

Notice bibliographique

RevueMensch & Computer Workshopband · 2011
Typearticle
Languede
DomaineComputer Science
ThématiqueInteractive and Immersive Displays
Établissements canadiensnon disponible
Organismes subventionnairesnon disponible
Mots-clésDie (integrated circuit)Computer science
DOInon disponible

Résumé

récupéré en direct d'OpenAlex

Skintimacy ist ein Instrument fur gemeinschaftliches, elektronisches Musizieren, das als alternatives Musikinterface Performances bereichern und als Forschungsprototyp zur Untersuchung von Interaktionsweisen dient. Wir stellen unsere Intention vor, beschreiben die Bestandteile des experimentellen Instruments und diskutieren die spezifische, korperabhangige Rollenverteilung der Musizierenden fur die Klangsteuerung sowie die aufkommenden Fragen zur Veranderung der Intimspharen durch technisch-funktionales Einbeziehen der Hautoberflache. 1 Einleitung – Die Rolle des Korpers Forscher und Designer aus den Bereichen der Human-Computer-Interaction und des Themenfeldes Musical Interfaces for Musical Expression bekunden seit einigen Jahren ein gesteigertes Interesse an der Rolle des menschlichen Korpers bei der Interaktion mit computergesteuerten Prozessen. In dem weitlaufigen Forschungsfeld Embodied Interaction wird der jahrelangen Vernachlassigung menschlicher physiologischer und perzeptiver Eigenschaften bei der Entwicklung von Interfaces Rechnung getragen. Das theoretische Fundament dazu besteht haufig aus Interpretationen phanomenologischer Philosophie, z.B. von Heidegger, Merleau-Ponty und Thompson [Do01]. Auf praktischer Seite ist – auch aufgrund der Miniaturisierung technischer Bauteile – eine Auflosung klassischer, physikalischer Grenzen zwischen dem menschlichen Korper und Geraten feststellbar. Folglich eroffnen diese transformativen Phanomene im Umgang mit Geraten und Instrumenten „Zwischenraume“, die neue, alternative Interaktionsszenarien moglich machen und die nicht nur zwischen Mensch und Instrument, sondern auch zwischen kommunizierenden und musizierenden Menschen entstehen. Fels beschreibt inwiefern sich bei der Gestaltung neuer Musikinterfaces Interaktionsszenarien und die Beziehung zwischen Mensch (person) und Instrument (object) auf Spielverhalten, kunstlerischen Ausdruck und Ergebnis auswirken [Fe04]. In unserer Arbeit wollen wir jedoch die Beziehung zwischen den Musizierenden wahrend einer gemeinsamen Performance unter Verwendung eines Haut-Musikinterfaces untersuchen. Hierbei wird ein Spieler mit seiner Korperbewegung und seinem Tastorgan nicht nur Ausloser der musikalischen Aktion sondern auch wesentlicher Bestandteil des Interface. In Bezug auf die menschliche Haut als Eingabeoberflache prasentierten die Forschungsprojekte „Skinput“ [HTM10] und „Sixth Sense“ [MMC09] Beweise technologischer Realisierbarkeit. Unsere Arbeit wurde neben nutzerorientierten Designansatzen aber auch von alternativen, experimentellen Musikinterfaces inspiriert. Bei Michel Waisvisz’ Entwicklung „Cracklebox“ fungiert die Haut als elektrischer Leiter und somit als integrierter Bestandteil des Instruments [Wa75]. Weitere Beispiele, die sich die menschliche Hautleitfahigkeit in Musikinterfaces zu Nutze machen sind „Freqtric Drum“ [Te07], „Ground me!“ [Ja10] und Daniel Brinkmanns Installation „Skinstruments“ [Br]. 2 Embodied Interaction und die Frage der Intimsphare Wenn der menschliche Koper innerhalb gestalterischer und forschender Initiativen durch die Nutzung der Haut als Interface eine andere, neue Rolle erhalt, tritt in der Anwendung bei Nutzern bzw. Musikern zwangslaufig die Erfahrung sich verandernder individueller Privatspharen zutage – spatestens bei zwischenmenschlicher Kommunikation durch Hautberuhrung und -kontakt. Benthien stellt fest: “historically [...] tactus was understood early on in the sense of intimacy, since [...] it essentially precludes a collective experience.” [Be02] Abbildung 1: Performance Skintimacy Mit Hilfe dieses experimentellen Instruments sollen nicht nur die Erzeugung und Manipulation elektronischer Musik bei Performances fur das Publikum durch die Bewegungsablaufe und Beruhrungen nachvollziehbarer gestaltet werden, sondern auch private Grenzverschiebungen durch subjektiv horund fuhlbare Erlebnisse aufgezeigt werden. Durch die technische Weiterentwicklung unseres ersten Prototypen entstehen zum einen alternative musikalische Ausdrucksmoglichkeiten. Zum anderen folgen durch beobachtete Ausstellungen und Einsatze von Skintimacy soziologische und psychologische Fragestellungen [MFR11]. Diese sind bezuglich der Entwicklung von hautbasierten (Musik-)Interfaces relevant. 3 Interaktionsszenarien und ihr Mapping Skintimacy ist ein Instrument mit dem sowohl eine Klangsynthese gesteuert als auch geloopte Samples manipuliert werden konnen. Jeder Musizierende ubernimmt eine spezifische Funktion im gemeinschaftlichen Spiel, die uber Aufnahme eines unmittelbaren Hautkontakts zu einem „Master“ horbar wird (siehe Abb. 2). Mit dem Instrument verbundene SpielerInnen werden Bestandteile verschiedener Stromkreislaufe, die durch beruhren des „Masters” geschlossen werden. Nicht angeschlossene Personen konnen durch Hautkontakt mit verbundenen SpielerInnen und dem „Master“ eine Uberbruckungsfunktion einnehmen, die Ihnen eine identische Interaktion erlaubt. Die hierarchische Struktur mit der unvermeidlichen Rolle des „Masters“ ist im momentanen Entwicklungsstand technischen Einschrankungen verschuldet. Die Form der Interaktion kann durch Variation der Beruhrungsintensitat und -dauer sowie der Bewegungsgeschwindigkeit das Horerlebnis beeinflussen. So kann nicht nur die Modulation einer FM-Synthese verandert werden, sondern auch die Abspielgeschwindigkeit eines geloopten Samples. Diese Interaktionweise folgt dem Vorschlag von Essl und O’Modhrain, bereits subjektiv erfahrene, bedeutungsvolle Zusammenhange zwischen der Aktion und horbarem Ergebnis zu schaffen [EO06]. Wie wir wahrend Performances mit Skintimacy beobachtet haben, erscheint dem Performer z.B. in Abhangigkeit taktiler oder beobachteter Erfahrungen mit dem „Scratchen“ von Schallplatten das Fuhlen, Ertasten und Bedienen einer Oberflache und der damit verbundenen Klangerzeugung plausibel. Abbildung 2: Schematischer Aufbau des Prototyps Charakteristisch fur die direkte Interaktion durch gegenseitigen Hautkontakt ist – im Gegensatz zu den meisten digitalen Musikinterfaces – dass sich die Oberflache des Instruments, also der Korper eines/einer MitspielerIn durch die sich beruhrenden Akteure in seiner Form permanent verandern kann. 4 Der Aufbau des Instruments Der technische Aufbau von Skintimacy setzt sich wie folgt zusammen: Die Werte der Hautwiderstandsmessung werden mit Hilfe des Arduino-Boards an einen PC weiterleitet. Dort finden das Mapping und die Klangsynthese unter Verwendung der ___________________________ 1 Frequenzmodulationssynthese (FM-Synthese) ist ein Modulationsverfahren, bei dem durch mindestens zwei Oszillatoren die erste Frequenz (bzw. bei mehreren Oszillatoren das Frequenzspektrum) von der Frequenz des zweiten Oszillators reguliert wird. Entwicklungsumgebung Pure Data statt. Der horbare Output des Instruments, also die gemeinsam gespielte Performance, hangt von individuellen Hauteigenschaften und verschiedenen Einflussen wie z.B. Feuchtigkeit ab. Somit ist eine reliable Kontrollierbarkeit der Klangmodulation stark eingeschrankt. Das hier vorgestellte Instrument basiert auf dem Konzept eines ersten Prototyps und beinhaltet folgende wesentliche Weiterentwicklungen [MFR11]: • Bis zu funf Spieler konnen durch Elektroden mit dem Gerat verbunden werden • Eine Zuteilung personen-spezifischer Steuerung von Effekten ist moglich • Neben MIDI-OUT Signalen zur Anwahl von Samples und deren Lautstarkeregelung kommt die direkte Steuerungsmoglichkeit von FMSynthese, Sample-Abspielgeschwindigkeit und weiteren Effekten wie z.B. Reverb und Balance hinzu • Feinjustierung zur Anpassung der Hautleitfahigkeit an den Sensor • Variationen zur Verdrahtung der Musizierenden: Klett-Armband, Fingerring, gewebtes Armband mit leitendem Garn, Einweg-Klebeelektroden 5 Beobachtungen und Schlussfolgerung Anhand des Instruments Skintimacy wird illustriert, dass mit einer bekannten Technologie, der Verwendung der Hautleitfahigkeit, neue Instrumente und Interaktionsszenarien entworfen werden konnen. Diese haben aufgrund der Unsichtbarkeit technischer Bestandteile und ihrer unmittelbaren, greifbaren Interaktion mit den MitspielerInnen haufig eine begeisternde Auswirkung auf experimentelles Musizieren. Streichel-, Schlagund Klopfbewegungen sowie vereinzelt Kusse sind Beispiele zwischenmenschlicher Gesten, die bei unseren Beobachtungen spontan zur Performance – auch unter Unbekannten – wurden. Deshalb sollte beim Gestalten kollektiver Hautinterfaces das Phanomen sich verandernder Intimspharen bedacht und der situative, kulturelle und psychologische Anwendungskontext berucksichtigt werden. Literaturverzeichnis [Be02] Benthien, C., Skin – on the cultural border between self and the world, Columbia University Press, 2002. [Br] http://www.daanbrinkmann.com, [Zugriff 03. Mai 2011] [Do01] Dourish, P., Where the Action is, MIT Press, 2001. [EO06] Essl, G., and OʼModhrain, S., An enactive approach to the design of new tangible musical instruments. In Organised Sound 11, no. 03, 2006. [Fe04] Fels, S., Designing for Intimacy: Creating New Interfaces for Musical Expression. In Proceedings of the IEEE 92, no. 4, Vancouver, Canada, 2004. [HTM10] Harrison, C., Tan, D., Morris, D., Skinput: Appropriating the Body as an Input Surface. In Proceedings of CHI 2010, Atlanta, USA, 2010. [Ja10] Jaimovich, J., Ground Me! An Interactive Sound Art Installation. In Proceedings of NIME 2010, Sydney, Australia, 2010. [MFR11] Muller A., Fuchs J., Roepke K., Skintimacy: Exploring Interpersonal Boundaries through Musical Interactions. In Proceedings of fifth TEI Conference, Funchal, Portugal, 2011. [MMC09] P. Mistry, P. Maes, L. Chang. WUW Wear Ur World A Wearable Gestural Interface. In Proceedings of CHI 2009, Boston, USA, 2009. [Te07] Tetsuaki, B. et. Al., Freqtric drums: a musical instrument that uses skin contact as an interface. In Proceedings of NIME 2007, New York, USA, 2007. [Wa75] http://www.crackle.org/CrackleBox.htm [Zugriff 05. Juli 2011]

Récupéré en direct depuis OpenAlex et désinversé. Les résumés ne sont pas conservés dans cette base de données : les index inversés représentent 8,6 Go des 9,3 Go de texte de la base, et le serveur dispose de 13 Go libres.

Comment cette classification a été obtenuedéplier

Prédiction distillée sur la base complète

Imitation des enseignants

Ni prévalence calibrée, ni vérité terrain. Validation humaine à venir. Apprise à partir de 10 348 étiquettes directes de Codex et de 10 348 étiquettes directes de Gemma. Le mode candidate est l'union des têtes enseignantes seuillées; le consensus est leur intersection. Ces sorties portent le statut machine_predicted_unvalidated et ne sont ni des étiquettes humaines ni des étiquettes directes de modèles de pointe.

score de la tête « metaresearch » (Codex)0,001
score de la tête « metaresearch » (Gemma)0,000
Version: codex-gemma-dda1882f352aStatut de validation: machine_predicted_unvalidated
Catégories candidatesMéta-épidémiologie (sens strict), Communication savante, Charge utile insuffisante (le modèle a refusé de juger)
Catégories consensuellesMéta-épidémiologie (sens strict), Charge utile insuffisante (le modèle a refusé de juger)
DomaineSignal candidat: aucune · Signal consensuel: aucune
Devis d'étudeSignal candidat: Sans objet · Signal consensuel: Sans objet
GenreSignal candidat: Méthodes · Signal consensuel: aucune
Score de désaccord entre enseignants0,794
Score d'incertitude au seuil1,000

Scores Codex et Gemma par catégorie

CatégorieCodexGemma
Métarecherche0,0010,000
Méta-épidémiologie (sens strict)0,0010,001
Méta-épidémiologie (sens large)0,0010,001
Bibliométrie0,0010,001
Études des sciences et des technologies0,0010,000
Communication savante0,0010,002
Science ouverte0,0030,002
Intégrité de la recherche0,0010,002
Charge utile insuffisante (le modèle a refusé de juger)0,0020,011

Scores machine (provisoires)

Les deux têtes enseignantes du modèle étudiant, lues sur ce travail. Un score ordonne la base pour la relecture; il n'affirme jamais une catégorie, et le statut de validation accompagne chaque rangée tel quel.

Scores de référence d'un modèle non mature (critères de maturité non atteints, 7 itérations). Un score ordonne; il n'affirme jamais une catégorie.

Tête enseignante Opus0,060
Tête enseignante GPT0,279
Écart entre enseignants0,219 · la distance entre les deux têtes enseignantes sur ce seul travail
Statut de validationscore_only:v0-immature-baseline · tel quel depuis la passe de notation : score_only signifie que le nombre peut ordonner les travaux, et qu'aucune étiquette de catégorie n'en découle

Classification

machine, non validée

Prédiction automatique; les deux têtes enseignantes s’accordent sur ce qui est montré ici.

Devis d'étudeSans objet
Domainenon disponible
GenreMéthodes

Le détail, modèle par modèle et score par score, se trouve en fin de page sous « Comment cette classification a été obtenue ».

En bref

Citations0
Publié2011
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