Krankheit: natürlich oder unnatürlich?
Bibliographic record
Abstract
Liebe Leserin, lieber Leser, zur aktuellen Erkältungs- und Grippezeit haben sie wieder Hochkonjunktur: Die „natürlichen“ Hausmittel und Pflanzenextrakte, Propolis oder Silber als „natürliche Antibiotika“. Passend dazu: Unter dem Label Lieber Natürlich will eine Initiative mit Sitz im schwäbischen Dettenhausen Produkte aus natürlichen Inhaltsstoffen mit einem neuen Logo kennzeichnen. Infrage kommen u. a. homöopathische und anthroposophische Arzneimittel, Schüßler-Salze und Naturkosmetika. Die Vorstellung von der „heilenden“ Natur – auch im Gegensatz zur Schulmedizin – scheint tief im gesellschaftlichen Bewusstsein verankert. Irgendwann in der Antike muss sie sich dort eingenistet haben. Nachlesen kann man das in einem medizinhistorischen Übersichtsartikel von Prof. Daniel Schäfer in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift (2012; 137: 2677–2682). Schon Galen (und er berief sich auf Hippokrates) vertrat die Sichtweise: Die Natur ist vollkommen, normal und gesund, Krankheit dagegen widernatürlich. Entsprechend heilt die Natur Krankheiten und ist Vorbild für ärztliches Handeln. Der Arzt als „Diener“, nicht „Lehrer“ der Natur: Selbstverständlich rief diese Perspektive früh Kritiker auf den Plan, denen sich im 16. Jh. auch Paracelsus anschloss. Ihre These lautete: Die Natur schließt Krankheit mit ein, ist evtl. sogar selbst krank. Der Arzt muss daher die natürliche Heilkraft unterstützen bzw. die Natur ist auf seine Hilfe angewiesen. Etwa seit dem 17. Jahrhundert wurde die Natur damit vom vollkommenen Subjekt zum krankheitsanfälligen Objekt, das es zu erforschen und verbessern galt. Die Medizin profitiert von beiden Traditionen, und in dieser Ausgabe der Lege artis werden Ihnen auch beide begegnen. So hilft bei manchen Lebererkrankungen die vielleicht natürlichste Medizin überhaupt: gesunde Ernährung. In anderen Fällen kommt man um eine moderne antivirale Therapie nicht herum. Und dann stoßen Sie in den Artikeln unseres Titelthemas (ab S. 16) sogar auf eine vermeintlich antike Methode: den Aderlass. Bei einer seltenen Lebererkankung wendet man ihn – auch in der Schulmedizin – heute noch an. Mit herzlichen Grüßen Ihre Herausgeber und Ihre Redaktion Herausgeber P. Galle, Mainz G. Geldner, Ludwigsburg A. Königsrainer, Tübingen F.-G. B. Pajonk, Schäftlarn Experten-Panel P. Berlit, Essen S. Bleich, Hannover J. Bossenmayer, Stuttgart H.-P. Bruch, Lübeck M. Christ, Nürnberg B. Debong, Karlsruhe T. Hemmerling, Montreal D. F. Hollo, Celle J. Riemann, Ludwigshafen Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der norddeutschen Ärztekammern, Hannover Redaktion Dr. Daniela Erhard Georg Thieme Verlag KGRüdigerstraße 14 • 74069 Stuttgart E-Mail: legeartis@thieme.de
Fetched live from OpenAlex and de-inverted. Abstracts are not stored in this database: the inverted indexes are 8.6 GB of the frame’s 9.3 GB of text, and the host has 13 GB free.
How this classification was reachedexpand
Full frame machine prediction
Teacher imitationNot calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. The Gemma side is a direct model label for every work in the frame, read from the title-only record. The Codex side is a classifier learned from the 10,348 direct Codex labels and calibrated to design-weighted sample rates; fields without enough sample support carry no Codex call. Candidate is the union of the two sides; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels.
Distilled classifier scores by category (both heads)
| Category | Codex | Gemma |
|---|---|---|
| Metaresearch | 0.002 | 0.006 |
| Meta-epidemiology (narrow) | 0.001 | 0.000 |
| Meta-epidemiology (broad) | 0.001 | 0.000 |
| Bibliometrics | 0.001 | 0.001 |
| Science and technology studies | 0.004 | 0.020 |
| Scholarly communication | 0.007 | 0.008 |
| Open science | 0.001 | 0.005 |
| Research integrity | 0.005 | 0.007 |
| Insufficient payload (model declined to judge) | 0.011 | 0.002 |
Machine scores (provisional)
The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.
Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.
score_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from itClassification
machine, unvalidatedMachine predicted; a candidate call from one source (direct Gemma or distilled Codex), not a consensus.
How this classification was reached, model by model and score by score, is at the end of the page under "How this classification was reached".