Bibliographic record
Abstract
Dieses Heft der geotechnik ist zur 34. Baugrundtagung avisiert, der Biennale der deutschsprachigen Geotechnik. Ein Anlass für einen kleinen Rück- und Vorblick. Während meiner Zeit als Assistent am Institut für Bodenmechanik und Felsmechanik an der Universität in Karlsruhe gab es ein wunderbares Ritual, die gemeinsame Tasse Tee am Vormittag in der Bibliothek. Die Qualität des Tees war nicht der Rede wert, aber das Reden und Zuhören war eine wesentliche Stimulation und wissenschaftliche Befruchtung. Wir haben uns täglich kurz über unsere Forschungserfolge und Forschungsfrustrationen, Erkenntnisse und Irrwege ausgetauscht, manchmal auch nur ehrfurchtsvoll den Protagonisten der hohen Bodenmechanik zugehört. Und es lagen alle wichtigen wissenschaftlichen Zeitschriften unseres Fachgebietes aus. So fühlten wir uns immer fachlich ganz dicht am Puls der Zeit. Ein Artikel aus dem Canadian Geotechnical Journal hat damals mein besonderes Interesse geweckt. Ralph Pecks Vortrag “Where has all the judgment gone? [1]. Der Vortrag des damals 67-jährigen Emeritus ist eine Analyse von Dammbrüchen und stellt die Frage, ob man mit moderner Geotechnik, besseren analytischen oder numerischen Methoden die Katastrophen hätte vermeiden können. Er fragte sich, ob und wie man die Versagenswahrscheinlichkeit von Erddämmen von damals 10–4 pro Dammjahr auf 10–5 oder gar 10–6 reduzieren könne. In der fortgeschrittenen Phase des Berufslebens ist man versucht, Neues, Unerprobtes als unnütz zu deklarieren. Nicht nur, weil man es nicht beherrscht oder nicht versteht, sondern weil man aus vielen Irrtümern gelernt hat, dass nur drei Dinge den guten Entwurf und die zuverlässige Funktion von Bauwerken ausmachen: (i) die Planung robuster Bauwerke, (ii) kritisches Prüfen und Bewerten von Risiko-Szenarien und (iii) eine professionelle Bauausführung. Über allem steht das Gebot der Wirtschaftlichkeit und die Abkehr vom Geiz, weil er nicht geil, sondern sündhaft ist. Das eine oder andere davon wurde bei den betrachteten Staudämmen nicht beachtet. Keine der Katastrophen basierte aber auf falschen Annahmen, Fehlern bei den Sicherheitsnachweisen, auf Unkenntnis von physikalischen Gesetzmäßigkeiten oder auf der Missachtung von Regelwerken. Immer traten mehrere seltene, aber ungünstige Einwirkungen gleichzeitig auf, was ein redundantes System vertragen hätte. Man hat zwar immer den Rat der besten Experten eingeholt, allerdings erst nach der Katastrophe. Wir sind heute mit vielen neuen Aufgaben konfrontiert, bei denen wenig Erfahrung vorliegt und daher mehr Kreativität als Routine gefragt ist. Die Entwicklungsfelder lauten: Go Green, die Herausforderung aus dem Gebot der Nachhaltigkeit, Do it digital, was uns zu den computer basierten Methoden führt, sowie Analyse visually, die Modellierung, Simulation und visuelle Analyse komplexer Daten, wozu auch das Zauberwort BIM zählt. Für die Standardaufgaben des geotechnischen Alltags haben wir genügend Wissen, Regeln und bewährte Methoden. Für erhöhte Anforderungen an Funktion, Wirtschaftlichkeit und Risiko müssen wir uns darauf besinnen, dass die Wissenschaften die Wurzeln des Ingenieurs sind. Der DGGT Arbeitskreis “Plattform Forschung in der Geotechnik” hat unter der Leitung von Prof. Stavros Savidis die Herausforderungen, Potenziale, Schwächen und Chancen des geotechnischen Ingenieurwesens diskutiert. Auf den Ergebnissen basiert die von der DGGT publizierte Broschüre “Geotechnik trifft Zukunft”. In knapper Form sind die aktuellen Herausforderungen und die Forschungsfelder benannt. Ressourcen, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Infrastruktur, Energiewende und digitale Zukunft stecken die Arbeitsgebiete ab, in die wir unsere Potenziale ein bringen müssen, um unseren Platz im Baugeschehen zu festigen. Doch zurück zu Ralph Pecks zentraler Frage. Wohin ist das Urteilsvermögen denn damals gegangen? Seine Antwort war knapp, direkt und ein wenig provokativ. Es ist dort untergegangen, wo es am schnellsten Anerkennung und Bestätigung als Belohnung der Mühe gibt, wo man sich an der Schönheit der Theorien und der Modelle fernab von der Realität erfreut. Würden wir diesem Urteil folgen, wäre unsere Entwicklung mit dem Hergebrachten abgeschlossen. Die Zukunftsfelder würden wir anderen Disziplinen überlassen. Auch wenn eine Kluft zwischen Fanatikern der Modellierung und gestandenen Praktikern existiert, kann die Antwort nicht “entweder oder”, sondern nur abgewogen “sowohl als auch” lauten. Das Urteilsvermögen auf der Grundlage von Erfahrung brauchen wir. Aber wir brauchen auch den Wettbewerb um die besten innovativen Lösungen, die wir nur unter Zuhilfenahme neuer Methoden der digitalen Welt finden. Wir brauchen eine solide finanzierte freie Forschung, nicht eine durch Publikationszwang gesteuerte. Wir sollten uns die Zeit für Teerunden nehmen, bei denen neben absurden Ideen am Ende vielleicht doch manche zukunftsfähige Lösung abfällt. Wir brauchen mehr Kommunikation, Austausch zwischen den unterschiedlichen Akteuren. Und ich denke damit nicht an Smartphones und stressige E-Mail-Flut. Damit bin ich bei den fundamentalen Aufgaben der DGGT angekommen und wieder bei der Baugrundtagung. Ich wünsche Ihnen viel Freude und eine glückliche Hand, wenn Sie die Zukunft treffen. Und fruchtbare Begegnungen in Bielefeld. Übrigens, es muss nicht immer Tee sein. Ihr Karl Josef Witt
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How this classification was reachedexpand
Full frame distilled prediction
Teacher imitationNot calibrated prevalence, not ground truth. Human validation pending. Learned from the 10,348 direct Codex labels and 10,348 direct Gemma labels. Candidate is the union of thresholded teacher heads; consensus is their intersection. These outputs are machine_predicted_unvalidated and are not human labels or direct frontier model labels.
Codex and Gemma teacher scores by category
| Category | Codex | Gemma |
|---|---|---|
| Metaresearch | 0.000 | 0.000 |
| Meta-epidemiology (narrow) | 0.001 | 0.001 |
| Meta-epidemiology (broad) | 0.001 | 0.000 |
| Bibliometrics | 0.000 | 0.001 |
| Science and technology studies | 0.000 | 0.000 |
| Scholarly communication | 0.000 | 0.000 |
| Open science | 0.001 | 0.000 |
| Research integrity | 0.001 | 0.001 |
| Insufficient payload (model declined to judge) | 0.001 | 0.005 |
Machine scores (provisional)
The two teacher heads of the student model, read on this work. A score orders the frame for review; it never asserts a category, and the validation status ships verbatim with every row.
Baseline scores from an immature model (maturity gate not passed, 7 training rounds). Scores rank; they never assert a category.
score_only:v0-immature-baseline · verbatim from the scoring run: score_only means the number may rank works, and no category label ships from itClassification
machine, unvalidatedMachine predicted; both teacher heads agree on what is shown here.
How this classification was reached, model by model and score by score, is at the end of the page under "How this classification was reached".